In der heutigen Fertigungswelt sind CAD-Zeichnungen mehr als nur visuelle Referenzen. Sie bilden das Rückgrat einer effizienten Produktentwicklung. Für kundenspezifische Silikonteile ist ein vollständiger und gut vorbereiteter CAD-Datensatz entscheidend. Er kann darüber entscheiden, ob Ihr Design reibungslos voranschreitet oder kostspielige Verzögerungen auftreten. CAD-Dateien wirken sich direkt auf die Formkosten, die Vorlaufzeit und die Qualität des Endprodukts aus.
Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie klare und vollständige CAD-Dateien vorbereiten, damit Sie reibungslos mit Herstellern zusammenarbeiten und Fehler oder Nacharbeiten vermeiden können.

Welche CAD-Dateianforderungen haben Silikonhersteller üblicherweise?
Bevor Sie Designdateien senden, sollten Sie sich informieren, welche Formate Ihr Hersteller akzeptiert und ob er bestimmte Zeichnungsstandards hat. Verschiedene Fabriken verwenden möglicherweise unterschiedliche Modellierungssoftware, Zeichenregeln oder Ebenenstrukturen. Gehen Sie daher nicht davon aus, dass Ihre Datei fertig ist, nur weil sie vollständig aussieht. Ein kurzer Check-in im Vorfeld kann Ihnen helfen, Überarbeitungen, Verzögerungen und Missverständnisse zu vermeiden.
Hier sind die am häufigsten akzeptierten Dateitypen und ihre Verwendung:
| Typ | Gängige Formate | Zweck |
| 2D-Zeichnungen | DWG, DXF | Grundlegende Abmessungen, Hinweise, Toleranzen und Strukturdetails anzeigen |
| 3D-Modelle | STEP (.stp/.step), IGES (.igs), STL | Zeigen Sie die vollständige Produktgeometrie für die Formgestaltung und Passungsprüfung an |
Neben dem Format haben viele Hersteller auch technische Vorlieben oder Anforderungen, wie zum Beispiel:
- Verwendung international anerkannter Toleranzstandards (wie ISO oder ASME)
- Bei Bedarf auch mit Explosionszeichnungen, Montagediagrammen oder Querschnitten
- Anwendung einer einheitlichen Farbcodierung für Skizzenlinien, Schnittlinien und Maßlinien zur Verbesserung der Lesbarkeit
Tipp: Bevor Sie Ihre CAD-Datei einreichen, wenden Sie sich immer an Ihren Hersteller. Informieren Sie sich über die Softwareversion, das bevorzugte Dateiformat, die Benennungsregeln und ob eine Zeichnungsvorlage verwendet wird. Fordern Sie nach Möglichkeit einen CAD-Übermittlungsleitfaden oder eine Beispielzeichnung an. So stellen Sie sicher, dass Ihre Datei den Erwartungen entspricht und der Prozess für alle reibungslos verläuft.

Was sollte ein komplettes CAD-Zeichnungspaket enthalten?
Um Herstellern ein umfassendes Verständnis Ihres Designs zu ermöglichen, reicht ein einzelnes Bild nicht aus. Ein komplettes CAD-Zeichnungspaket dient als technischer Leitfaden und vermittelt alle wichtigen Aspekte Ihres Produkts klar und deutlich. Von Abmessungen und Struktur bis hin zu Material und Funktion – jedes Detail kann sich auf die Formgestaltung und die Qualität des Endprodukts auswirken. Hier finden Sie eine Übersicht über die vier wesentlichen Komponenten Ihres CAD-Pakets.
2D Technische Zeichnungen
Dies sind die am häufigsten verwendeten Referenzen für Fertigung und Qualitätskontrolle. Eine standardmäßige 2D-Zeichnung sollte Vorder-, Draufsicht und Seitenansicht des Produkts enthalten und alle wichtigen Abmessungen deutlich kennzeichnen. Vergessen Sie nicht, Einheiten (z. B. mm oder Zoll), Materialtyp und Formverfahren anzugeben.
Bei Silikonprodukten ist die Schrumpfrate (typischerweise 2–3%) besonders wichtig. Sie wirkt sich direkt auf die Formabmessungen aus. Berücksichtigen Sie auch wichtige formbezogene Details wie Trennlinien, Entformungsschrägen und Rundungsradien – entweder direkt beschriftet oder in Schnittansichten dargestellt.
3D-Volumenmodelle
Im Vergleich zu 2D-Zeichnungen bieten 3D-Modelle eine klarere Darstellung der Gesamtform, was insbesondere bei komplexen Formen mit Aussparungen oder umspritzten Bereichen hilfreich ist. Ein komplettes CAD-Paket sollte eine hochpräzise 3D-Datei (Formate wie .STEP, .IGS oder .STL) enthalten. Dies ist für die Formenkonstruktion und die Baugruppenvalidierung unerlässlich.
Wenn das Produkt aus mehreren Teilen besteht, sollten Sie eine Explosions- oder Montageansicht bereitstellen, um zu zeigen, wie die Komponenten zusammenpassen. Bei Designs mit Druck, Gravur oder Wärmeübertragung sollten Sie die genauen Positionen, Bildbereiche und Tiefenanforderungen auf dem Modell oder einer zusätzlichen Zeichnung deutlich angeben.

Material- und Prozessspezifikationen
Silikonprodukte haben oft sehr spezifische Materialanforderungen. Ihre CAD-Dokumentation sollte den Silikontyp (z. B. HTV, LSR), die Härte (z. B. Shore 60A oder 70A), die Qualität (z. B. lebensmittelecht, medizinisch) und den Farbcode (Pantone-Nummer oder Kundenmusterreferenz) klar angeben.
Geben Sie auch alle erforderlichen Oberflächenbehandlungen an, z. B. Mattierung, Hochglanz, Sandstrahlen oder Metallumspritzung. Wenn Nachbearbeitungen wie Beschichten, Heißprägen oder Plattieren erforderlich sind, sollten diese Anweisungen ebenfalls deutlich vermerkt werden.
Struktur und Funktionshinweise
Bei komplexen oder funktionalen Designs vermitteln Zeichnungen allein möglicherweise nicht die gesamte Absicht. Es ist hilfreich, ein kurzes Dokument oder einen Abschnitt hinzuzufügen, in dem Zweck und Verwendung der wichtigsten Funktionen beschrieben werden.
Beispiele hierfür sind: Bereiche, die zusätzliche Rippen zur Verstärkung benötigen, umspritzte Abschnitte, Teile, die zu Verformungen neigen, oder ob das Produkt großer Hitze oder Frost standhalten muss. Diese Hinweise können im Bereich „Technische Anmerkungen“ der Zeichnung platziert oder als separate Seite mit einfachen Skizzen oder Beschreibungen hinzugefügt werden.
Welche DFM-Tipps sollten Sie beim Entwerfen von Silikonteilen beachten?
Viele Designs erscheinen in CAD-Software fehlerfrei, stoßen aber bei der Werkzeugherstellung und Massenproduktion auf gravierende Probleme. Probleme wie Entformungsfehler, Materialverzug oder niedrige Ausbeuteraten erfordern oft kostspielige Neukonstruktionen. Hier kommt DFM (Design for Manufacturability) ins Spiel. Durch die frühzeitige Berücksichtigung von Fertigungsgrenzen in der Designphase können Sie Überraschungen vermeiden, Kosten sparen und die Produktionseffizienz steigern. Nachfolgend finden Sie wichtige DFM-Tipps speziell für die Silikonherstellung.
- Halten Sie die Wandstärke gleichmäßig: Silikon kann an den Stellen, an denen dünne und dicke Abschnitte aufeinandertreffen, Blasen oder Einfallstellen bilden. Achten Sie auf eine gleichmäßige Wandstärke, idealerweise zwischen 1,5 mm und 3 mm.
- Verwenden Sie geeignete Entformungsschrägen: Damit sich die Teile problemlos aus den Formen lösen lassen, sollten Sie nach Möglichkeit einen Entformungswinkel von mindestens 2° einplanen.
- Vermeiden Sie tiefe Rillen und scharfe Ecken: Diese Merkmale können zu schlechtem Materialfluss, Rissen oder schnellerem Formverschleiß führen. Verwenden Sie stattdessen abgerundete Ecken oder sanfte Neigungen.
- Markieren Sie die Einsteckstellen deutlich: Wenn Ihr Design eingebettete Komponenten wie Metallkerne, Magnete oder Stoffschichten enthält, zeigen Sie deutlich deren Größe, Toleranz und Art der Befestigung.
- Löcher und Rippen sorgfältig gestalten: Strukturrippen und -löcher sollten schwer formbare Bereiche vermeiden und mit der Öffnungsrichtung der Form ausgerichtet sein, um Risse oder Verformungen zu vermeiden.
Wenn Sie bei der Entwicklung die Herstellbarkeit im Auge behalten, vermeiden Sie nicht nur spätere Probleme, sondern erzielen auch bessere Produkte, schnellere Durchlaufzeiten und eine zuverlässigere Produktion.

Wie verwaltet man Versionen und Namenskonventionen effektiv?
Versionskontrolle und Namenskonventionen spielen eine wichtige Rolle für die Genauigkeit und Nachverfolgbarkeit von Designdateien, insbesondere bei kundenspezifischen Silikonprojekten mit mehreren Revisionen und mehreren Teammitgliedern. Bei inkonsistenten Dateinamen oder fehlenden Versionsinformationen kann es leicht passieren, dass eine veraltete Zeichnung mit der endgültigen Version verwechselt wird. Dies kann zu schwerwiegenden Problemen wie fehlerhafter Formenherstellung oder umfangreichen Nacharbeiten führen.
Um diese Risiken zu vermeiden, verwenden Sie ein klares und einheitliches Dateinamenformat. Ein guter Name sollte den Produktnamen, die Versionsnummer und das Datum enthalten. So lässt sich die neueste Version auf einen Blick erkennen.
Ordnen Sie Dateien nach Typ in Ordnern an, z. B. nach 2D-Zeichnungen, 3D-Modellen, Materialspezifikationen und Prozessanforderungen, damit Teammitglieder schnell finden, was sie brauchen. Fügen Sie nach jeder Revision ein einfaches Änderungsprotokoll hinzu, in dem die Änderungen und deren Ursache aufgeführt sind.
Für die Einreichung empfehlen wir, alle Dokumente in einer ZIP-Datei zu bündeln. Fügen Sie dem Dateinamen den Namen und die Kontaktdaten des Einreichers hinzu. Diese Struktur erleichtert die Dateifreigabe, Archivierung und Versionsverfolgung erheblich.
Durch die Anwendung dieser Vorgehensweisen werden Verwirrungen vermieden, die Kommunikationskosten gesenkt und das Risiko von Herstellungsfehlern aufgrund veralteter Dateien minimiert.
Häufige Designfehler und wie man sie vermeidet
Hier sind einige der häufigsten Designfehler, die potenziellen Probleme, die sie verursachen können, und einfache Möglichkeiten, sie zu vermeiden. Wenn Sie diese Fehler frühzeitig in der Designphase erkennen, können Sie Produktionsrisiken erheblich reduzieren und unnötige Verzögerungen vermeiden.
| Fehler | Mögliche Konsequenz | So vermeiden Sie es |
| Keine Toleranz angegeben | Hersteller schätzt Maßgenauigkeit | Toleranzbereiche deutlich kennzeichnen oder ein Toleranzdiagramm beifügen |
| Material nicht angegeben | Möglicherweise wurde das falsche Material oder die falsche Farbe verwendet. | Stellen Sie ein Materialdatenblatt oder eine Pantone-Farbreferenz bereit |
| Keine Entwurfs- oder Formfreigabedetails | Der Schimmel lässt sich nicht problemlos öffnen oder lösen | Fügen Sie Ihrem Design Notizen zu Entformungsschrägen und Trennlinien hinzu |
| Verwirrende oder fehlende Versionsinformationen | Hersteller verwendet möglicherweise veraltete Dateien | Verwenden Sie ein einheitliches Benennungssystem und führen Sie ein Update-Protokoll |
Ein paar zusätzliche Schritte in der Entwurfsphase können später in der Produktion viel Zeit und Kosten sparen. Überprüfen Sie diese Bereiche immer noch einmal, bevor Sie Ihre Dateien an einen Hersteller senden.

Abschluss
Ein erfolgreiches Silikonprojekt basiert auf einem strukturierten, präzisen und optimierten Prozess. Dieser Prozess beginnt mit CAD. Eine klare, präzise und umfassende CAD-Datei hilft Herstellern, Formen schneller und präziser zu entwerfen. Sie bildet zudem eine solide Grundlage für Produktion, Qualitätskontrolle und zukünftige Iterationen. Wenn Sie die Entwicklung eines individuellen Silikonprodukts planen, ist dieser Leitfaden ein guter Ausgangspunkt. Nutzen Sie ihn, um Ihre CAD-Dateien vorzubereiten und sicher in die Fertigung zu starten.
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