“Schmelztemperatur von Silikon” ist einer dieser Suchbegriffe, die wir ständig sehen – insbesondere von Käufern, die Silikon mit Kunststoffen oder Elastomeren wie TPE oder TPU vergleichen.
Die kurze Antwort ist einfach.
Die eigentliche Antwort bedarf einer kleinen Korrektur.
Silikon hat keinen echten Schmelzpunkt.
Vollsilikonkautschuk nicht Sie schmelzen wie Thermoplaste.
Silikonkautschuk ist ein Duroplastisches Elastomer. Sobald es ausgehärtet ist, ist sein Polymernetzwerk fixiert. Hitze macht es nicht flüssig. Stattdessen wird Silikon bei ausreichend hohen Temperaturen… degradieren, verkohlen, oder es verliert seine mechanischen Eigenschaften – aber es fließt nicht.
Dies ist das erste Missverständnis, das zu Spezifikationsfehlern führt.
Wenn Leute nach der “Schmelztemperatur von Silikon” fragen, wollen sie in der Regel eines von drei Dingen verstehen:
- Maximale Betriebstemperatur
- Verarbeitungs-/Aushärtungstemperatur
- Versagenstemperatur bei Wärmeeinwirkung
Das sind unterschiedliche Zahlen. Die Verwirrung beginnt, wenn man sie als eine einzige Zahl behandelt.

Typische Temperaturbereiche für Silikonkautschuk
So formulieren wir es intern, wenn wir Kundenanfragen beantworten.
Dauerbetriebstemperatur
Die meisten industrietauglichen Silikonkautschuke können dauerhaft bei folgenden Temperaturen eingesetzt werden:
- –50 °C bis +200 °C (–58°F bis +392°F)
Leistungsstärkere Formulierungen können Folgendes erreichen:
- 230–250 °C kontinuierlich
- Kurzzeitige Exposition bis zu 300 °C
Bei diesen Temperaturen bleibt Silikon elastisch. Es findet kein Schmelzen statt.
Zersetzungsbereich (ohne Schmelzen)
Oben ungefähr 300–350 °C, Silikonkautschuk beginnt:
- Verlust der Zugfestigkeit
- Härten oder verspröden
- Bilden Sie Oberflächenasche oder Siliziumdioxidrückstände
Es handelt sich um thermische Zersetzung, nicht um Schmelzen. Das Material tropft oder fließt nicht.

Warum flüssiges Silikonkautschuk (LSR) die Frage verwirrt
Flüssigsilikonkautschuk wird oft fälschlicherweise als “niedrigschmelzend” bezeichnet, weil er im flüssigen Zustand vorliegt.
In Wirklichkeit:
- LSR ist flüssig vor dem Aushärten
- Es verfestigt sich durch wärmeinduzierte Vernetzung
- Typische Formgebungstemperaturen: 160–200 °C
Nach dem Aushärten verhält sich LSR wie jeder andere Silikonkautschuk – es hat keinen Schmelzpunkt.
Wenn also in Datenblättern die “Verarbeitungstemperatur” angegeben ist, hat diese Zahl Nichts im Zusammenhang mit dem Schmelzverhalten im Gebrauch.
Silikon vs. Thermoplaste: Warum der Vergleich scheitert
Käufer vergleichen Silikon oft mit Materialien wie PVC, TPU oder TPE und erwarten einen Schmelzpunktwert wie:
- PVC: ~160–210°C
- TPU: ~170–200°C
Das ist das falsche Framework.
Thermoplaste:
- Erweichen
- Schmelzen
- Wieder verfestigen
Silikonkautschuk:
- Heilmittel
- Bleibt fest
- Zersetzt sich schließlich
Dieser Unterschied ist relevant bei Anwendungen wie Öfen, Autoklaven, Heißabfüllung oder Motorräumen.
Was man anstelle von “Schmelztemperatur” fragen sollte”
Wenn Sie Silikonteile beschaffen, sind folgende Fragen hilfreich:
- Was ist das? maximale Dauerbetriebstemperatur?
- Wie lang ist die thermische Belastung (Minuten vs. Jahre)?
- Ist mechanische Retention Bei hohen Temperaturen erforderlich?
- Wird die Teilerfahrung Kompressionssatz unter Hitze?
Diese Antworten bestimmen die Materialauswahl – nicht ein Schmelzpunktwert, der nicht existiert.

Die Grenze, die die meisten Spezifikationen verfehlen
Die Festigkeit von Silikon unter Hitzeeinwirkung ist zeitabhängig, nicht binär.
Bei 200 °C:
- Eine Dichtung kann jahrelang halten
Bei 230 °C:
- Es könnte kurzfristige Tests bestehen.
- Die Druckverformung nimmt jedoch mit der Zeit immer schneller zu.
Deshalb wirken die Angaben in Datenblättern großzügig, doch in der Praxis versagen Anwendungen oft früher als erwartet.
Nicht etwa, weil das Silikon “geschmolzen” wäre, sondern weil es gealtert ist.